Besonders in den ersten Schuljahren, in denen die eigene Urteilskraft der Schüler:innen erst langsam heranreift, ist das „bildhafte" Unterrichten ein wesentliches Prinzip. Das heißt, die Inhalte werden so behandelt, dass die Kinder mit ihrer eigenen inneren Anschauungskraft beteiligt sind und daran das Wesen und die Gesetzmäßigkeit dieser Inhalte verstehen und erkennen lernen. Beim Schreibenlernen beispielsweise malt die Lehrerin oder der Lehrer zunächst Bilder an die Tafel, aus denen die Buchstabenformen herausgeholt bzw. herausgesehen werden können.
„Die Erstklässler:innen malen sie nach, entdecken die Buchstabenformen und »verleiben« sie sich förmlich ein, indem sie sie zuerst auf dem Boden laufen, in die Luft malen, mit der Hand vorzeichnen, bevor sie mit dem dicken Stift aufs Papier kommen." So erscheinen dem Kind die Buchstaben nicht mehr als willkürlich gesetzte, abstrakte Zeichen, sondern sie haben eine verständliche, nachvollziehbare Entstehungsgeschichte bekommen.