Das Klassenspiel

Auf der Bühne stehen vier Personen: Eine winkt lebhaft mit einem Hut, während die anderen sitzen. Rechts streiten oder raufen sich zwei Personen in der Nähe von Koffern und einer weißen Tür. Es scheint sich um eine Theateraufführung zu handeln.

Im achten Schuljahr steht mit dem gemeinsamen Klassenspiel ein großes Projekt an. Knapp vier Wochen stehen zur Verfügung, um als gesamte Klasse ein zuvor gewähltes Theaterstück auf die Bühne zu bringen, mitsamt Kulissen, Requisiten und Kostümen. Das stellt die ganze Klasse vor eine immense Herausforderung. Vorbereitend wird das Stück zuvor im Deutschunterricht gelesen, besprochen und die Rollen verteilt. Nach den Proben und der umfangreichen Organisation, bei der auch die Mitwirkung der Elternschaft gefragt ist, stehen die Schüler:innen schließlich auf der Bühne und präsentierten ihr Ergebnis vor Publikum. 

Zum Beispiel

Im Schuljahr 2014 wurde das Stück „Das Haus der Temperamente“ nach Johann Nestroy aufgeführt. Die derzeitige 8. Klasse beeindruckte schon durch das außergewöhnliche Bühnenbild: der Blick in ein Haus mit zwei Stockwerken! Farbenprächtig und mit Liebe zum Detail waren die vier Wohnungen gestaltet, je nach Temperament in Rot, Blau, Grün und Gelb. Eingestimmt in die Zeit des 19. Jahrhunderts wurde der Zuschauer:innen durch die musikalische Begleitung des Schulorchesters und mit Klaviermusik.

Doch bis es soweit war, war einiges an Vorarbeit zu leisten. Innerhalb der Deutschepoche beschäftigte man sich mit den vier Temperamenten. Ab Januar wurde das Stück erst Szene für Szene gelesen und vorne im Klassenraum gespielt. Schließlich wurden die Rollen in einem mehrtägigen Prozess festgelegt. Vor dem Aufführungstermin wurde vier Wochen intensiv geprobt, Text gelernt, gebaut, gesungen, Theaterübungen gemacht, gemalt, Kostüme besorgt, Durchgangs- und Generalprobe absolviert.

Auf die Bühne kam ein lustiges Verwirrspiel zwischen Bediensteten und den Familien, in dem es um Väter, Mütter, Töchter, Söhne und Bräutigame ging, die die Schüler sehr treffend in ihren jeweiligen Temperamenten darstellten. Die Aufführungen waren allesamt ein großes Vergnügen!