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Eine für alle beglückende Epoche
Der Advent und die Geometrie

Geheimnisvoll das Alt-Bewahrte
Mit neu erstandnem Eigensein
Im Innern sich belebend fühlen:
Es soll erweckend Weltenkräfte
In meines Lebens Außenwerk ergießen
Und werdend mich ins Dasein prägen.

Mit diesem Spruch oder Mantram aus dem Seelenkalender Rudolf Steiners beginnt Ende November in (fast) jedem Jahr die Adventszeit. In letzten Jahr (2017) sprachen mich die Worte Steiners an jedem Morgen ganz besonders an, denn die 6. Klasse begann in der Adventszeit mit der Geometrie-Epoche. Geometrie ist eine der ältesten Wissenschaften. »Da wo Materie ist, da ist auch Geometrie« (Johannes Keppler). Und so haben wir seit der 1. Klasse vom Formenzeichnen über die Freihandgeometrie in der 5. Klasse schon sehr viele Erfahrungen auf diesem (alten) Gebiet machen können. Nun, in der 6. Klasse, kamen aber die »Geräte« dazu: Zirkel, Geodreieck, Lineal, täglich frisch angespitzte Stifte. Und »mit dem neu erstandnem Eigensein« der 12-jährigen Schüler*innen belebt, wurden die alten Formen ganz individuell neu geweckt: die Farbgestaltung, die kreative Weiterentwicklung einzelner Figuren, Formverwandlungen, Umstülpungen.... Die Geometrie wurde zu einem praktischen Erprobungsfeld für die Kinder der Klasse. Besonders motivierend war es, dass die ausgereiften Entwürfe in einen Jahreskalender als Weihnachtsgeschenk für die Eltern aufgenommen wurden. Zwölf Kalenderblätter plus ein Deckblatt, damit sind viele Stunden voller Konzentration, Gestaltungswille und Freude am Werk in den Kalender eingeflossen. Die geometrischen Konstruktionen wie Senkrechte, Winkelhalbierende, Streckenhalbierende etc. wurden ebenso ganz nebenbei erlernt wie der sachgerechte Umgang mit Zirkel und Geodreieck. Und immer wieder war das beglückende Erlebnis der Kinder zu beobachten: Anfangs undurchschaubar anmutende Konstruktionen ließen sich entschlüsseln und letztlich sogar durchschauen! Das kam dem Bedürfnis der 12-jährigen, Gesetzmäßigkeiten nun auch verstandesmäßig erfassen zu wollen, sehr entgegen. Fazit: Es war eine für alle beglückende Epoche in dieser Adventszeit!

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Petra Kottusch (auch Fotos)

Das wache Denken schult sich an der Erkenntnis der gesetzmäßigen Zusammenhänge; das Fühlen erlebt die Schönheit und vollendete Harmonie der geometrischen Figuren; Geschicklichkeit, Sorgfalt, Ausdauer und Geduld werden im praktischen Tun erworben.
Helmut Sembdner (1914 – 1997)

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